Der Zweck von Öldichtungen besteht darin, die rotierende Kurbelwelle nach außen abzudichten.Klassische Wellendichtringe bestehen aus einem Metallgehäuse, das die dynamische Dichtlippe trägt und gleichzeitig die statische Dichtfunktion übernimmt.Die Dichtlippe von Wellendichtringen besteht üblicherweise aus Elastomermaterial und steht in Kontakt mit der Oberfläche der rotierenden Welle.Dabei wird die Lippe mittels eines Federrings auf die Wellenoberfläche gedrückt.Durch die Rotationsbewegung entsteht ein Dichtspalt von ca.1 µm am Lippenrand.In diesen Spalt kann Öl eindringen, das der Schmierung der Dichtlippe dient.

Durch ständige Weiterentwicklungen im Motorenbau ergeben sich immer höhere Anforderungen an diesen Wellendichtringtyp.Höhere Motordrehzahlen und Öltemperaturen, längere Ölwechselintervalle und Schmierstoffe mit modernen Additiven, die aggressiv mit den Dichtungsmaterialien reagieren, erfordern neue und nachhaltige Lösungen.Das Material für zukünftige Öldichtungen heißt POLYTETRAFLUOROETHYLEN oder einfach PTFE.Dieses synthetische Material ist allgemein unter dem Handelsnamen Polymer bekannt.
Geringe Reibung und minimaler Stromverbrauch sind die entscheidenden Vorteile, die PTFE-Wellendichtringe bieten.Auch bei Trockenlauf oder Mangelschmierung können diese Dichtungen problemlos eingesetzt werden.Die thermischen Eigenschaften des Materials sind mit einem Betriebsbereich von -130 °C bis +200 °C konkurrenzlos.Darüber hinaus zeichnet sich PTFE durch eine hohe chemische Beständigkeit und ein geringes Losbrechmoment nach Stillstand aus.
Beim Erhitzen versucht PTFE, in seine ursprüngliche Form zurückzukehren.Mit anderen Worten: Das Material „erinnert“ sich an seinen ursprünglichen Zustand.Dieses Phänomen wird als plastischer Memory-Effekt bezeichnet und ermöglicht den Bau von Dichtungen ohne Vorspannfeder.Bei der Herstellung wird die Dichtlippe als Flachring geformt, der an den Verstärkungsring angeformt wird.Bei der Montage auf der Welle dehnt sich die zunächst flache Dichtlippe aus und faltet sich entsprechend dem Wellendurchmesser.Sobald sich die Dichtlippe im Motorbetrieb erwärmt, versucht sie, in ihre ursprüngliche Form zurückzukehren.
Das Außengehäuse besteht aus Edelstahl.Ein O-Ring aus Fluorelastomer sorgt für optimale statische Abdichtung.Der Innendurchmesser ist perfekt konzentrisch zum Außendurchmesser.Die eigentliche Dichtlippe besteht aus hochverschleißfestem und reibungsarmem PTFE.Eine zusätzliche Staubdichtung (Gummilippe oder Filzstreifen) sorgt für eine wirksame Barriere gegen kontaminierende Partikel.
Zeitpunkt der Veröffentlichung: 04.05.2020